Preiset den Herrn! Halleluja!
 

Evangelium nach Lukas (24, 13-18)

Die Emmaus-Jünger
Auszug aus "Jesus wischt deine Tränen ab" (Buch Pater J Vadakkel S. 38ff)

Was kann uns heute diese Begegnung der beiden Jünger mit Jesus noch vermitteln?
Während die beiden Jünger sich über die Ereignisse der vergangenen Tage austauschten, stieß ein Fremder zu ihnen. Im Moment tiefster Trübsal gesellte sich Jesus zu ihnen, doch sie erkannten ihn nicht. Wieso fiel es ihnen nicht auf, dass Jesus selbst sich ihnen angeschlossen hatte?

Zwei Gründe hinderten sie daran, Jesus in ihrer Mitte wahrzunehmen:
Zum einen waren die Augen ihres Herzens blind,
Zum anderen rechneten sie in ihrer Niedergeschlagenheit gar nicht mit Jesus.
Ergeht es uns nicht oftmals genauso wie diesen beiden Jüngern?
Geben wir nicht in bestimmten Situationen jegliche Hoffnung auf und denken, dass alles umsonst war?
Spüren wir in solchen Widerwärtigkeiten, dass Jesus neben uns hergeht?
Jesus fing einfach eine Unterhaltung mit ihnen an und fragte gleich nach ihrem Gesprächsthema. Die Jünger schauten sich verwundert an, und Kleopas, der als erster die Fassung wiedergewann, beantwortete seine Frage nicht, sondern stellte Jesus traurig eine Gegenfrage:" Bist du wirklich so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?" usw.

In diesem Dialog wird die Psychologie Jesu ersichtlich.
Jesus kennt jede Einzelheit unseres Lebens, sogar unsere unausgesprochenen Gedanken und Emotionen, so dass er uns nicht zunächst befragen muss, um überhaupt in der Lage zu sein, sich ein Bild von unserer Situation zu machen. Dennoch verfährt er auf diese Art und Weise mit den Menschen, weil er von uns wünscht, dass wir ihm unsere Sorgen und Nöte vorbringen.

Kleopas skizzierte Jesus kurz und prägnant die wesentlichen Fakten:
"Wir sahen in Jesus von Nazaret einen mächtigen Propheten und hegten die Hoffnung, dass er der Verheißene wäre, der Israel erlösen würde, doch er wurde gekreuzigt. Nun hat die Nachricht, dass sein Leichnam nicht mehr im Grabe liegt, und die Behauptung der Frauen, dass ihnen Engel verkündet hätten, er würde leben, für Verwirrung gesorgt."
Nachdem Jesus seinem Bericht aufmerksam zugehört hatte, tadelte er ihr Unverständnis und offenbarte sich ihnen selbst, indem er ihnen den Sinn der Schrift erschloss. Die Jünger fühlten sich von seiner Gegenwart und von seinen Worten angezogen und tief angerührt, dennoch ging ihnen kein Licht auf. Die Wahrheit lag so greifbar nahe, doch sie durchschauten sie nicht.
Worin lag das Problem?

Sie nahmen seine Darlegungen mit dem Verstand auf und ignorierten dabei die Stimme ihres Herzens. Erst als sie Jesus am Brotbrechen wahrhaft erkannten, nahmen sie die Regungen ihrer Herzen wahr.
Beide bestätigten, dass ihre Herzen gebrannt hatten, als er sich mit ihnen unterhalten und ihnen die Vorhersagen aus der Heiligen Schrift gedeutet hatte.

Fragen wir uns, wie wir selbst mit der Präsenz Jesu umgehen.
Denken wir bewußt daran, wenn wir uns schlecht fühlen, dass Jesus zu uns spricht und uns berührt, oder bemerken wir nicht einmal, dass Jesus uns begleitet? Wie oft in der Vergangenheit handelte Jesus durch Menschenhand und hat uns durch einen Weggefährten aufklärende Worte zukommen lassen?
Wie oft haben allerdings unsere Gedanken ausschließlich um uns selbst gekreist, so dass wir taub waren für die erkenntnisbringenden Worte Jesu?
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass wir uns oftmals wie die Emmausjünger aufgeführt haben.
Die Antwort auf unsere Fragen lag auf der Hand, doch waren wir viel zu sehr mit unseren eigenen Gedanken und Prinzipien beschäftigt und haben somit Jesus und seinem Wort den Rücken zugekehrt.
Dennoch begleitet uns Jesus jederzeit und ist bereit, uns zu berühren.
Auf die gleiche Art und Weise gestattet er uns ebenfalls, ihn zu berühren.

"Dein Eintreten in die heilige Eucharistie"
Auszug aus "Jesus wischt deine Tränen ab", Miriam Verlag (Buch Pater Joseph Vadakkel S. 65)

Wenn wir uns vor dem Allerheiligsten befinden, sind wir vor Jesus, der mir Leib und Blut, Gottheit und Menschheit in dieser Hostie gegenwärtig ist. In jedem Augenblick segnet er uns, und wir erfahren, dass er wirklich unter uns lebt.
Die Gnaden fließen auf zweierlei Wegen in unsere Herzen. Zum einen fließt der Gnadenstrom aus dem Allerheiligsten auf direktem Wege zu uns, und zum anderen kommt beim Lesen und Hören der Bibelpassagen die Macht des göttlichen Wortes zu uns.
Die Zeit der Anbetung ist eine kostbare Zeit, in der wir besondere Gnaden erhalten.